Endspurtphase

Die Endspurtphase

Die Endspurtphase ist die Phase in einer Partie, in der alle verbleibenden Züge in einer begrenzten Zeit abgeschlossen werden müssen.

Wann gelten die Regeln

    Die Regeln für die Endspurtphase gelten nur
  • in der letzten Phase
  • von Turnier-/Schnellschachpartien
  • ohne Zeitinkrement
    Weitere Einschränkung:
  • Sie werden nur in Turnieren angewendet, für die es im Voraus angekündigt wurde.
Regeln für die Endspurtphase

Beide Fallblättchen

    Wenn beide Fallblättchen gefallen sind, aber es nicht feststellbar ist, welches zuerst gefallen ist:
  • in der letzten Zeitperiode: die Partie ist remis
  • in allen anderen Zeitperioden: wird die Partie fortgesetzt

Mit Schiedsrichter

Inkrement beantragen

    Wenn der Spieler, der am Zug ist, weniger als 2 Minuten Restbedenkzeit hat,
  • darf er beantragen, dass ein Zeit­in­kre­ment von fünf Se­kun­den für beide Spie­ler ein­ge­führt wird.
  • Dies gilt als Remisangebot.

Darauf hin gibt es 3 Möglichkeiten:

Fall 1: Der Gegner nimmt das Remisangebot an.

Wenn der Gegner das mit dem Antrag ver­bun­de­ne Remis­angebot ab­lehnt, kommt es auf die Zu­stimmung des Schieds­richters an:

Fall 2: Der Schiedsrichter stimmt dem Inkrement zu.

Fall 3: Der Schiedsrichter lehnt das Inkrement ab.

Fall 1 : Der Gegner nimmt das Angebot an.

Die Partie ist beendet.

Fall 2: Der Schiedsrichter stimmt dem Inkrement zu.

  • Der Gegner bekommt eine Zeitgutschrift von 2 Minuten.
  • Die Partie wird mit 5 Sekunden Inkrement pro Zug fortgesetzt.

Fall 3: Der Schiedsrichter stimmt dem Inkrement nicht zu.

  • Der Gegner bekommt eine Zeitgutschrift von 2 Minuten.
  • Die Partie wird ohne Inkrement fortgesetzt.
    Dann kann der Spie­ler, der am Zug ist, wenn er weni­ger als 2 Minu­ten Rest­be­denk­zeit hat und sein Blätt­chen noch nicht ge­fal­len ist, Remis be­an­tra­gen, weil
  • die Partie mit normalen Mitteln nicht zu gewinnen ist oder
  • der Gegner nicht versucht die Partie mit normalen Mitteln zu gewinnen.

Um das zu beantragen ruft der Spieler den Schiedsrichter. Er darf dazu seine Uhr anhalten.

    Dann entscheidet der Schiedsrichter:
  • Wenn er damit übereinstimmt, dass
    • die Partie mit normalen Mitteln nicht zu gewinnen ist oder
    • der Gegner nicht versucht die Partie zu gewinnen
  • erklärt er die Partie für remis.
  • Sonst lehnt er den Antrag ab oder schiebt seine Entscheidung hinaus.
    Wenn der Schiedsrichter seine Entscheidung hinausschiebt:
  • darf er dem Gegner zwei zusätzliche Minuten hinzufügen
  • wird die Partie fortgesetzt, nach Möglichkeit im Beisein des Schiedsrichters.
  • Später während der Partie oder so schnell wie mög­lich, nach­dem eines der bei­den Blätt­chen ge­fal­len ist, be­stimmt der Schieds­rich­ter das Er­geb­nis.
  • Er muss die Partie remis reklären, wenn er zur Überzeugung gekommen ist, dass
    • die Partie mit normalen Mitteln nicht zu gewinnen ist oder
    • der Gegner nicht versucht die Partie zu gewinnen.

Ohne Schiedsrichter

    Wenn das Turnier nicht durch einen Schiedsrichter überwacht wird, gilt das folgende:
  • Ein Spieler darf, wenn er weniger als zwei Minuten Bedenkzeit hat und sein Blättchen noch nicht gefallen ist, remis beantragen weil
    • die Partie mit normalen Mitteln nicht zu gewinnen ist oder
    • der Gegner nicht versucht die Partie zu gewinnen.
  • Der Remisantrag beendet die Partie.

    Dann wird er an einen dafür be­stimm­ten Schieds­rich­ter über­ge­ben.

    Um seinen Antrag zu be­grün­den muss der Spie­ler im Fall:
    • die Endstellung aufschreiben und sein Gegner sie bestätigen.
    • die End­stel­lung auf­schrei­ben und ein voll­stän­dig aus­ge­füll­tes Par­tie­for­mu­lar ab­ge­ben. Beides muss der Geg­ner be­stä­ti­gen.