Züge aufzeichnen

Aufzeichnungspflicht

    Während der Partie ist jeder Spieler verpflichtet
  • seine Züge und die Züge des Gegners
  • korrekt
  • Zug für Zug
  • so klar und lesbar wie möglich
  • in algebraischer Notation

auf dem für das Turnier vor­ge­schrie­be­nen Partie­formular auf­zu­zeichnen.

Im Voraus aufschreiben

Es ist verboten, Züge im Voraus aufzuschreiben, außer der Spieler reklamiert remis oder bei einer Hängepartie (gibt es nicht mehr).

Im Nachhinein aufschreiben

Ein Spieler darf auf den Zug des Gegners antworten, bevor er ihn aufzeichnet.

Bevor er einen neuen Zug ausführt muß, er jedoch seinen vorangegangen Zug aufzeichnen.

Das Partieformular

  • Die Partieformulare gehören dem Turnierveranstalter.
  • Das Partieformular dient ausschliesslich der Aufzeichnung:
    • der Züge,
    • der Zeitangaben auf den Uhren,
    • der Remisangebote,
    • der mit einem Antrag in Zusammenhang stehenden Umstände,
    • sowie anderer Bedeutsamer Daten.
  • Es muss vom Schiedsrichter die ganze Partie hindurch gesehen werden können.
  • Nach dem Ende der Partie unter­zeichnen beide Spieler beide Partie­formulare mit dem darauf notierten Partie­resultat.

    Dieses Resultat bleibt gültig, auch wenn es falsch einge­tragen worden ist, außer der Schieds­richter entscheidet anders.
  • Beide Spieler müssen ein Remisangebot auf dem Partieformular mit den Symbol (=) aufschreiben.

Assistent

Wenn ein Spieler nicht in der Lage ist die Züge aufzu­schreiben, darf er einen - aus Sicht des Schieds­richters geeigneten - Assistenten nennen, der die Züge für ihn aufschreibt.

Seine Bedenk­zeit wird vom Schieds­richter entsprechend angepasst.

Wenn der Spieler behindert ist, wird seine Bedenk­zeit nicht angepasst.

Zeitnot

Zeitnot

    Solange ein Spieler
  • weniger als 5 Minuten restbedenkzeit hat
  • und er nicht für jeden Zug 30 Sekunden oder mehr hinzugefügt bekommt,

ist der von der Aufzeichnungspflicht befreit.

    Wenn beide Spieler wegen Zeitnot nicht mehr mitschreiben:
  • sollte der Schieds­richter oder ein Assistent anwesend sein und mitschreiben.
  • hält der Schiedsrichter, unmittelbar nachdem Fall eines der Blättchen, die Schachuhr an. Daraufhin tragen beide Spieler ihre Aufzeichnungen unter Benutzung der Aufzeichnungen des Schiedsrichters oder des Gegners nach.
    Wenn nur ein Spieler wegen Zeitnot nicht mehr mitschreibt:
  • muss er, sobald ein Blättchen gefallen ist, seine Aufzeichnungen vor Ausführung eines Zuges auf dem Schachbrett vollständig nachtragen.
  • Wenn der Spieler am Zug ist, darf er das Partieformular seines Gegners benutzen, muss es aber zurückgeben, bevor er zieht.

Rekonstruktion

Wenn keine vollständige Aufzeichnung vorliegt:

  • müssen die Spieler die Partie auf einem zweiten Schachbrett unter Aufsicht des Schiedsrichters oder eines Assistenten rekonstruieren.
  • Vorher zeichnet der Schieds­richter:
    • die aktuelle Partiestellung,
    • die Bedenkzeiten,
    • falls bekannt, die Zahl der ausgeführten oder abgeschlossenen Züge
    • und wessen Uhr zuletzt lief,
  • auf.
    Wenn die Partieformulare nicht auf den aktuellen Stand gebracht werden und damit zeigen können, ob ein Spieler die Bedenkzeit vor Ausführung der verlangten Zahl von Zügen überschritten hat:
  • gilt der nächste Zug als der erste für die folgende Zeitperiode,

    außer es wurden nachweisbar mehr Züge ausgeführt oder abgeschlossen.